Installation
Das Thema wird in Form einer Installation umgesetzt.
Installation wird hier als Gestaltung in und
mit dem Raum verstanden, um die Assoziations-fähigkeit und Reflexionsbereitschaft
des/der Betrachters/in unmittelbar anzusprechen.
Durch gezielten Einsatz von Material und dessen
Anordnung sowie der Visualisierungs-form soll das Thema dem/der Besucher/in
nähergebracht werden.
Außerdem ist der Einsatz des Lichtes von
Bedeutung.
Die Abbildungen sind als Paare in sieben „Installationseinheiten"
in einem Halbkreis angeordnet, so daß der/die Betrachter/in im Mittelpunkt
des Halbkreises alle acht „Installationspaare" in ihrer Überschneidung
betrachten kann. Dieses wird durch die Wahl eines durchsichtigen Trägermaterials
der Abbildungen des Innenkreises erreicht.
Die Fotos sind in einem Abstand von 1,1 Meter
angeordnet.
Aus dem Mittelpunkt des Halbkreises heraus Überlappen
sich somit die Abbildungen. Durch die perspektivische „Flucht" ergibt sich
eine Größe der Fotos des Innenkreises von 60 x 80 cm, bei einer
Größe der Abbildungen des Außenkreises von 75 x 100 cm.
Der Abstand des Mittelpunktes zum Außenkreis beträgt 5 Meter.
In der überschneidung der Fotos werden je
nach „Installationseinheit" kleine Unterschiede bis aus der Perspektive
resultierende extreme Unterschiede sowie Körperüberschneidungen
sichtbar. Diese können Veränderungen bis hin zur Entstehung neuer,
vorher unmöglicher Ansichten führen.
Somit sind die Betrachter/innen fast gezwungen
sich auch seitlich zu bewegen um die Entstehung nachvollziehen zu können.
Die Wahl des Materials des Außenkreises
besitzt eine hohe Reflektionsfähigkeit und ermöglicht damit erst
die Symbiose der zwei Ebenen. Die im Außenkreis angeordneten Aluminiumplatten
werden jeweils mit einer Lichtquelle von oben angestrahlt.
Zusätzlich wird durch das Format der
hinteren Abbildungsträger, trotz der weiteren
Entfernung zum Mittelpunkt der Betrachter/innen dazu animiert, sich ihnen
zu nähern.
So wird er/sie animiert sich auch zwischen die
Ebenen zu begeben, und wird in diesem Fall Teil der Installation oder zumindest
involviert.
Hier kann er/sie auch die physischen Unterschiede
der Materialien begutachten.
Wobei er/sie seine/ihre Sensibilität, im
bezug auf den körperlichen Kontakt, zu empfindlicheren Materialien
nicht verlieren soll.
Es wird von einer mittleren Größe
des/der Betrachters/in ausgegangen, festgelegt bei 1,70 Meter. Da nicht
alle Menschen diese Größe besitzen muß der Höhenunterschied
durch leichtes Strecken oder Neigen
ausgeglichen werden.
Diese Aktion ist somit die erste Animation für
den/die Betrachter/in seinen/ihren Körper in Bewegung zu versetzen
und weitere „Schritte" einzuleiten.
Durch den Mittelpunkt, wie auch die Kombination
der Aufnahmen von Körperpartien unterschiedlicher Menschen und die
Zusammenführung der einzelnen Fotos, wird die Gesamtheit der Ausstellung
untermauert.
Objektträger
Aluminium-Platten
Für den äußeren Halbkreis meiner
Installation benötige ich ein Material,
das eine Masse besitzt, die mit bloßem
Auge erkennbar ist.
Außerdem muß sie eine hohe Reflektionsfähigkeit
besitzen und eine
ambivalente Haltung zu dem Material des Innenkreises
einnehmen.
Ich habe mich für Aluminium entschieden.
Aluminium besitzt alle diese Fähigkeiten und hat auch noch ein niedrigeres
Gewicht als andere Metalle, so daß der Installations-
aufbau erleichtert wird.
Die Platten zeigen Schwarzweiß-Abbildungen,
die monochrom Schwarz auf dem silberfarbenen Untergrund des Aluminiums
erscheinen.
Die Aluminiumplatten haben eine Größe
von 100 x 75 cm.
Folien
Für den inneren Halbkreis benutze ich Folien.
Sie haben Eigenschaften die im Gegensatz zu den Aluminiumplatten stehen.
Sie sind durchsichtig und haben eine
geringe Masse.
Auf den Folien sind die Abbildungen farbig abgedruckt,
so stehen sie wieder in ambivalenz und Spannung zu den Aluminiumplatten,
da diese Schwarzsilberabbildungen zeigen.
Durch ihre glatte Oberfläche ist auch noch
bei der Begehung zwischen den beiden Ebenen die Spiegelung des/der Besuchers/in
auf der Rückseite der Folien gegeben. Die Folien haben eine Größe
von 60 x 80 cm.
Ziel
Der Mensch er ist vielfältig, er hat Eigenschaften,
einen Körper, eine Psyche, er stellt fast unter Zwang seine Individualität
fortwährend zur Schau.
Es scheint so als trennen uns diese Aspekte voneinander.
Doch sind diese letztlich die Gründe die unser Zusammenleben spannend
und liebenswert machen.
Gerade heute, in einer Zeit, in der nicht nur
geographische Grenzen ins Schwanken kommen, sondern auch die unseren, hat
es oft den Anschein, als gingen wir unsicher, sensibel und fast ängstlich
mit dem, was uns unterscheidet um.
Die in meinen Fotos festgehaltenen vielen kleinen
wie großen Unterschiede, in Form und auch Perspektive, zeigen die
individuelle Faszination der Kombination.
Jeder Mensch hat seine eigene Persönlichkeit
und doch ist gerade die Persönlichkeit das, was alle Menschen miteinander
verbindet.
In der Ausstellung möchte ich diese auf dem
ersten Blick widersprüchlichen Aspekte in Spannung und Beziehung zueinander
setzen und sie wirken lassen.
So wird der/die Besucher/in vor die Synthese
der Unterschiede „gestellt", die sich durch seine Bewegung und Sichtweise
verändern können.
Die Installation soll das Thema Mensch sowohl
in seiner Ambivalenz, als auch im Dualismus der Geschlechter visualisieren.
Es ist nicht Ziel der Ausstellung Antworten
zu
finden, sondern sie soll die Assoziationsfähigkeit der Besucher/innen
anregen.